- ein Abend im Café Median für Nicht-Cis-Männer1

Warum überhaupt ein FLT*-Raum, werden wir oft gefragt. Im März 2010 haben wir den folgenden Text mehr oder weniger auch lyrisch und nicht nur theoretisch verfasst:

Innerhalb unserer Gesellschaft befinden sich Männer°2 gegenüber Frauen° in der privilegierten Position. Die Kategorie Mann dient als Maßstab innerhalb der zweigeschlechtlichen Ordnung. Jungs° machen, Mädchen° machen nach. Es gibt Bürger, Leser, Hörer und die Frauenfußball-MANNschaft. Häufig weicht die weiblich sozialisierte Person aus, wenn mann ihr auf dem Gehweg entgegenkommt. Diese und ähnliche anerzogene subtile Reproduktion der Privilegien bzw. Nicht-Privilegien ist Basis jeglicher struktureller Diskriminierung. Wir sind Teil davon.

Auch in linken Räumen wirken solche Mechanismen und erzeugen geschlechtspezifische Rollenzuschreibungen, obwohl nichts davon zum antisexistischen Selbstverständnis passt! Der grrrlz*DaIY im Cafe Median ist unser Versuch, diesen Freiraum einer weiblichen* Perspektive zugänglicher zu machen und dadurch eine Reflektion der eigenen Sozialisation in einem geschützen Rahmen zu ermöglichen.

Wir wollen einen Freiraum, in dem wir
abhängen und genießen
feiern und Filme gucken
essen und trinken
chillen und austauschen
inhaltlich weiterdenken
konstruktive Kritik üben
und damit Veränderung bewirken.

  1. Der Name grrrlz*DaIY nimmt Bezug auf das Konzept des Girlsdays, bei dem Mädchen, vor allem im beruflichen Feld, klassische Männerdomainen kennenlernen und erobern können. Dabei haben wir den Namen abgewandelt in grrrlz* und um ein DIY ergänzt, weil diesen grrrlz*DaIY die Beteiligten (und zwar eben nicht nur girls) selbstbestimmt gestalten dürfen und sollen. [zurück]
  2. Mit ° kennzeichnen und meinen wir gesellschaftliche Konstrukte von Geschlechtlichkeit [zurück]

Zum Nachlesen darüber hinaus bieten sich folgender Link und Literatur:
TLF-Räume aus Sicht des AZ Mühlheim
Affront: Freiraumpolitik – Freie Räume? Autonome FrauenLesbenTrans-Organisierung. In: Affront (Hg.): Darum Feminismus! Diskussionen und Praxen. Münster 2011. S.54-66.