Überlass es Trans- und Intersex-Personen selbst, ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht zu definieren.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, wie Du eine transidente Person ansprechen sollst, frag auf respektvolle Weise nach ihrem/seinem bevorzugten Pronomen und Namen.
Darüber hinaus ist es am besten, diejenigen Wörter/Begriffe zu verwenden, welche die Person selbst verwendet, um sich zu beschreiben.

Wenn Du mitbekommst, dass andere Leute das falsche Pronomen oder den alten (abgelegten) Namen für eine transidente Person verwenden, dann korrigiere sie.

Bilde Dich selbst weiter zu Trans- und Intersex-Themen (Bücher, Websites, Filme, …)

Gehe nie davon aus, dass keine transidenten oder intersexuellen Personen im Raum sind, nur weil Du es von niemandem weißt.

Respektiere und unterstütze die Entscheidungen, die transidente und intersexuelle Menschen über ihr Geschlecht, ihren Körper oder ihre Transition (geschlechtsangleichende Maßnahmen) treffen.

Zeige aktiv Deine Unterstützung von Trans- und Intersex-Menschen, und setze Dich an Deinem Arbeitsplatz, in Schulen, Organisationen, und bei Freunden und Bekannten für trans- und intersex-Themen ein. Du kannst z.B. dafür sorgen, dass geschlechtsneutrale Toiletten geschaffen werden.

Frag nicht danach, ob bei einer Person bestimmte Körperteile entfernt, verändert oder hinzugefügt wurden. Es ist die Entscheidung der jeweiligen Person, ob sie diese Information teilen will oder nicht. Bei nicht-transidenten Menschen gilt es schließlich normalerweise auch als unhöflich, sie nach der Form ihrer Genitalien zu fragen.

Vertraulichkeit: Gib das Geburtsgeschlecht oder den Geburtsnamen einer Trans-Person nicht an andere Menschen weiter, wenn diese dem nicht ausdrücklich zugestimmt hat. Manche Trans-Personen gehen als ihr Wahlgeschlecht „durch“ (sie „passen“), andere nicht – es ist Sache der jeweiligen Person, zu entscheiden, mit wem sie diese persönlichen Informationen teilen will oder nicht.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Wege, Transidentitäten zu leben. Ob jemand sich für Operationen und Hormone entscheidet oder nicht, hat nichts damit zu tun, „wie trans sie sind“. Manche Menschen wollen als das Geschlecht ihrer Wahl anerkannt werden, ohne dass sie zwangsläufig Operationen oder Hormonbehandlung anstreben.

Schließe nicht von Deiner Wahrnehmung des Geschlechts einer Trans- oder Intersex-Person auf deren sexuelle Orientierung. Sei Dir bewusst, dass sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität getrennte Themen sind, auch wenn sie miteinander zusammenhängen. Das heißt, dass z.B. eine Transfrau heterosexuell, bisexuell, lesbisch oder pansexuell sein kann.

Beachte, dass Begriffe wie „Zwitter“, „Transvestit“, „Transe“, „pervers“ etc. historisch dazu verwendet wurden, um Menschen mit norm-abweichenden Geschlechtern oder Geschlechtsidentitäten zu pathologisieren, und deswegen alle negative Konnotationen haben. Allerdings haben manche Trans- und Intersex-Menschen sich diese Wörter wieder „angeeignet“ und verwenden sie als positive Selbstbezeichnungen.

Es kann problematisch sein, trans- oder intersex-Personen als nicht „richtige“, nicht „genetische“ oder nicht „biologische“ Männer oder Frauen zu bezeichnen. Alle Menschen sind echt, genetisch, und biologisch. Dieser Sprachgebrauch reproduziert existierende kulturelle Hierarchien, welche transidente Personen als weniger „echt“ oder weniger „natürlich“ konstruieren und unterordnen. Verwende stattdessen lieber „nicht-trans“ oder „cisgender“, um Personen zu beschreiben, die nicht transident sind.