Archiv für März 2014

„A room of one’s own“

Einen Raum fuer sich selbst forderte Virginia Woolf schon 1929 im gleichnamigen Essay. Und nicht nur fuer sich, sondern generell fuer Frauen*1. Es ging dabei nicht (nur) um einen tatsaechlichen Raum, um als Frau* z.B. in Ruhe zu schreiben oder zu arbeiten, sondern auch symbolisch um einen Platz für Frauen* in maennlich gepraegten literarischen Welt. Dies gilt mitnichten nur fuer die Welt der Literatur – auch auf Freizeit, Ausbildung, Familie, (Lohn-)Arbeit und Politik werden ganz aehnliche Schatten [Schatten werfen = Redewendung fuer negative Auswirkungen haben] geworfen.

Darum wollen wir unter diesem Titel ueber Frauen*-Raeume2, FrauenLesbenInterTrans-Veranstaltungen und Orte reden.
Diese Raeume sind entweder Folge von aeuszeren Bedingungen und Einfluessen oder Ausdruck feministischer Kaempfe. Deshalb gehoert zum Thema ein kurzer Ueberblick feministischer Ziele, Themenfelder und Aktionsformen. Der Aktionsform Frauen*raum wollen wir uns etwas detaillierter widmen und Differenzen in den Beweggruenden, Bedarfen und Nutzungen eroertern.

    Wie ueblich Freitag, den 28.03.2014
    grrrlz*DaIY3
    ab 19Uhr
    im Cafe Median
    in der Niklotstraze 5/6

Wir begrueszen euch mit Cocktail, Naschkram, Musik und entspanntem Ambiente.
Bei Lust und Laune entsteht ein bleibendes feministisches Begriffsglossar – fuer Feminismus in vielen Sprachen und Ausdruecken, als Ueberblick, Aufklaerung, Belustigung fuer Jung-Feminist_innen und vermeintliche Expert_innen gleichermaszen.

Zudem suchen wir ab jetzt verstaerkt (und nicht nur fuer diesen Freitag) Menschen die verschiedene Sprachen sprechen um Fluester-Uebersetzungen anbieten zu koennen und so groeszere Barrierefreiheit zu schaffen. Fuer Englisch und Franzoesisch fallen uns schon Menschen ein, aber wie sieht es mit Russisch, Spanisch, Arabisch…. aus? Bist du vielleicht diejenige, die wir suchen oder hast du eine_ Freund_in?

Wir freuen uns auf euch!

die grrrlz*DaIY-Organisator_innen

  1. Das Sternchen * steht für ein kleines bisschen mehr. In der Gesellschaft gibt es nur Frauen und Maenner. Hier steht das Sternchen hinter der Frau fuer alle, die sich als Frauen fuehlen und fuer alle, die als Frauen gesehen oder behandelt werden. Auszerdem sagt das Sternchen, dass Maenner und Frauen Konstrukte sind. Es kann sich durch Zeit und Ansichten aendern wer dazugehoert. [zurück]
  2. Was Frauen*Raeume genau sind wollen wir auf diesem grrrlz*DaIY gemeinsam besprechen. Wir verstehen den grrrlz*DaIY im weitesten Sinne als cis-maennerfreien Frauen*Raum. Cis-Maennerfrei koennen Zimmer, Veranstaltungen, Partys, oder Demos sein, bei denen Menschen, die sich als Mann fuehlen und als Mann geboren worden sind, nicht da sind. Fuer eine Definition von cisgender schaue auf diesem Blog unter aspects [zurück]
  3. Der girlsday als bundesweites Angebot richtet sich an Maedchen und will Einblicke in Maennerdomaenen gewaehren. Nichts anderes wollen wir fuer FrauenLesbenTrans in jugendkulturellen, gesellschaftkritischen Freiraeumen erreichen, nur dass wir nicht alle Maedchen also girls sind und auch nicht jemanden haben, der das fuer uns organisiert. grrrlz* steht fuer Frauen, Maedchen, Trans*personen, Intersexuelle und Lesben. Das DIY im DaIY steht fuer Do It Yourself und sagt, dass das Programm offen dafuer ist von den Besucher_innen gestaltet zu werden. [zurück]

8. Maerz – Frauen*kampftag!

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Frauen*Arbeit, Frauen*Kampf, Care-Revolution. Letzten Freitag haben wir uns unterhalten welche Buecher, Erlebnisse und Gedanken uns Richtung Feminismus schubsten. Romane, Musik und Freund_innen waren daran ebenso beteiligt, wie das generelle ungute Gefuehl mit der Gesamtsituation.
Am Samstag ist es wieder soweit. Du kannst dem Ausdruck verleihen. Du kannst demonstrieren, tanzen, diskutieren oder mit Freund_innen die Stadt nach Rebell_innen vergangener Tage erkunden. Vielleicht bekommst du Blumen, Freizeit, einen Gutschein zur Entspannung – wahrscheinlich noch nicht einmal das und selbst wenn – was ist die anderen 364Tage im Jahr mit den brennenden Fragen:

    Was tun gegen den Vierzig-Tonner, den wir* in der Einbahnstrasze auf uns zu rasen sehen?
    Wie umgehen mit dem Bewusstsein, dass es eine_ trifft, man betroffen ist?
    Was tun gegen verinnerlichte Unterdrueckungsmechanismen?
    Wie umgehen mit Differenz und gemeinsamen Unterdrueckungserfahrungen?
    Was tun gegen die Ratlosigkeit?
    Wie umgehen mit dem unmoeglichen Streik?
    Wohin mit all der Unzufriedenheit, Trauer und Wut?

Who knows, who cares…schreibt uns eure Ideen, Aktionen und eure Wut zum Frauen*Kampftag.
Wer noch etwas zum wut-warm werden braucht oder allgemein interessiert ist, hier gibt es eine Radiosendung, Musik, Interviews und Gedanken zum Thema Care-Arbeit. 45min lang Feminismus und Oekonomiekritik huebsch verpackt. Aktionsideen fuer feministisches Engagement und das Programm für Berlinausfluegerler_innen hier.

good fight – day and night!

  1. Bild von Stephan Röhl, lizenziert unter eine Creative-Commons-Lizenz: BY-NC-ND-SA(Namensnennung-Nicht Kommerziell-Keine Bearbeitung) [zurück]